Die körpereigene Abwehr

Welche verschiedenen Schutzmechanismen baut mein Körper auf? Und was bedeutet eigentlich Immunisierung?

Unspezifische Abwehr

Immer wieder versuchen Mikroorganismen und Giftstoffe in den Körper einzudringen. Die erste Hürde, an der viele Krankheitserreger scheitern, ist die Außenschicht des größten menschlichen Organs: der Haut. Ebenso befördern die Flimmerhaare der oberen Atemwege, wie beispielsweise die in der Nase oder im Rachenraum, ungebetene Gäste wieder nach draußen, vor allem wenn diese so groß sind wie die Bakterien. Die Schleimhäute der Atemwege und auch die des Magen-Darm-Kanals sind daher schwer überwindbare Hindernisse.
Erreger, die diese Hürden überwinden und ins Innere des Körpers vordringen, beispielsweise durch eine offene Wunde oder einen Insektenstich, bekommen es mit den weißen Blutzellen (Leukozyten) zu tun, die sich innerhalb und außerhalb der Blutgefäße bewegen können. Bestimmte weiße Blutzellen, sogenannte Fresszellen (Makrophagen), können Erreger umschließen und sie auflösen.

Spezifische Abwehr

Da die Fresszellen jegliche Fremdkörper zerstören, zählen sie zur allgemeinen oder unspezifischen Abwehr. Unsere unspezifische Abwehr arbeitet bereits direkt nach der Geburt, während sich die spezifische Abwehr erst entwickeln muss.
Durch die spezifische Abwehr kommen den Fresszellen weitere Abwehrzellen zu Hilfe. Zunächst greift eine andere Form der weißen Blutzellen, die Lymphozyten, den spezifischen Erreger an. Lymphozyten machen bei Erwachsenen rund 20–50% der gesamten weißen Blutzellen aus.
Sie haben die Fähigkeit, sich an Bakterien oder Viren anzudocken, den Aufbau des Erregers (Antigene) zu erkennen und eine Art Gegenmittel herzustellen. Das eiweißhaltige Gegenmittel bezeichnet man als Antikörper. Diese können die Erreger angreifen und verklumpen und ihn so ungefährlich machen. Immer wenn ein neuer Erreger in den Körper eindringt, dauert es einige Tage, bis das Immunsystem die geeigneten Antikörper herstellen kann.

In diesem Erklärvideo lernst du die verschiedenen Schutzmechanismen außerhalb und in deinem Körper kennen. Vor allem Fresszellen, Antikörper und Killerzellen verhindern, dass sich Erreger ungestört ausbreiten und vermehren können.

Die Immunisierung

Aktive Immunisierung

Die aktive Immunisierung ist eine Vorbeugungsmethode zur Vermeidung von Infektionskrankheiten und wird daher auch als Schutzimpfung bezeichnet. Dabei werden dem Körper kleine Mengen abgeschwächter bzw. abgetöteter Krankheitserreger oder deren Giftstoffe gespritzt. Der Körper nimmt die Krankheit wahr und reagiert darauf, indem er entsprechende Antikörper produziert.

Passive Immunisierung

Eine passive Immunisierung ist erforderlich, wenn der Mensch bereits an einer Infektionskrankheit leidet. Dann werden gezielt die passenden Antikörper gegen die Erkrankung gespritzt. Das Immunsystem wird durch die Verabreichung von Antikörpern unterstützt, und der Körper kann sich schneller wieder von der Erkrankung erholen.

In diesem Erklärvideo erfährst du wie eine aktive Immunisierung beim Impfen funktioniert und warum eine passive Immunisierung nur für den „Notfall“ gedacht ist.