Impfen wirkt

Die Weltgesundheitsorganisation will daran erinnern, wie wichtig Impfungen für die Menschen sind. Jedes Jahr im April findet die Europäische Impfwoche (EIW) statt. Im Jahr 2017 standen die Notwendigkeit und die Vorteile von Impfungen in jedem Alter im Mittelpunkt. Impfungen sind nicht nur für Kinder. Die Impfung mit Auffrischungsdosen und dem HPV-Impfstoff ist im Jugendalter erforderlich. Sie schützt Jugendliche für ihr weiteres Leben. Hier kannst du deinen Impfstatus checken.

Unter dem Hashtag #immunizeEurope könnt ihr euch auf Twitter über das Impfen austauschen.

#VaccinesWork #Pharmacists #Pharmacy @WHOatEU

 

Viel Lob bei der Siegerehrung 2016

DSC02940Gleich findet die Gesamtlehrerkonferenz statt – vor dem Eingang zum Saal stehen die Gewinnerinnen der ersten beiden Plätzen in kleinen Grüppchen zusammen. Die Mädchen treten unsicher von einem Fuß auf den anderen, hier und da hört man aufgeregtes Kichern – die Stimmung ist fröhlich, aber angespannt.

Dann eröffnet Herr Hirscher, der sich für die Umsetzung des Wettbewerbs an der Schule engagiert hat, die Siegerehrung und beginnt mit einer kurzen Vorstellung der Anwesenden. Von Seiten der Initiatoren sind Frau Dr. Harms vom Sozialministerium und Herr Herbst von der AOK gekommen. Die Agentur YAEZ wird von Frau Gross und Frau Mehleit vertreten. Diese ergreifen nun als nächstes das Wort und stellen die Initiative „Mach den Impfcheck“, sowie das Thema des diesjährigen Wettbewerbs vor.

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Die Aufgabe bestand darin, die Kernbotschaft der diesjährigen Initiative in einem Film umzusetzen.  Dabei  sollten die Kinder und Jugendlichen zeigen, dass es nicht ausreicht, den eigenen Körper immer weiter zu optimieren. Fitter, schöner, gesünder ist nicht genug: Zu einem gesunden Körper gehört auch ein umfassender Impfschutz. Dieser Herausforderung haben sich in diesem Jahr viele Teams gestellt: 26 Teams mit 127 Schülerinnen und Schülern aus ganz Baden-Württemberg nahmen am Wettbewerb teil.

Dann werden die beiden Filme gezeigt. Während das Lehrerkollegium immer wieder nett schmunzelt, errötet das eine oder andere Gesicht der vorne Stehenden. Als das Klatschen verklingt, begründet Frau Mehleit, weshalb sich die beiden Teams gegen die starke Konkurrenz durchsetzen konnten.

DSC03036Die Erstplatzierten stachen mit der originellen Idee heraus, ein Stop-Motion-Video in einer Miniatur-Playmobil-Arztpraxis zu drehen. Mithilfe von Zeichnungen wurden komplexe Sachverhalte einfach erklärt und auch mit der technischen Umsetzung konnte das Team punkten.

Aber auch die Zweitplatzierten erhielten viel Lob: In ihrem Video erzählen sie glaubhaft die Geschichte von den beiden Freundinnen Inga und Anika, die ihren gesunden Lebensstil gerne in den sozialen Medien präsentieren. Dass aber alleine das nicht ausreicht, muss Anika schmerzhaft erfahren …

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Im Folgenden werden unter tobendem Applaus feierlich die Urkunden überreicht und Frau Dr. Harms richtet Grüße und Glückwünsche von Seiten des Sozialministeriums aus. Dann ergreift die Schulleiterin, Frau Bulling das Wort. Sie betont nochmals die Wichtigkeit des Impfens und bezieht sich auf aktuelle Vorfälle. Desweiteren lobt sie das Engagement des Lehrers und der Schülerinnen – man merke, dass diese mit viel Spaß, Teamgeist und Selbstinitiative an die Aufgabe herangegangen seien. Besonders deutlich sei ihr der gute Zusammenhalt auch noch einmal bei der Gewinnerausfahrt zur Bavaria Filmstadt aufgefallen, an der sie selbst teilnahm.

 

 

 

Das Impfcheck-Interview (1): So schützt du dich und andere

Hallo Frieda, du bist 35 Jahre jung und promovierte Biologin. Erklärst du mir und unseren Lesern ein bisschen genauer, warum das Thema „Impfen“ immer wieder für Diskussionen sorgt?

Gerne, es gibt unterschiedliche Gründe dafür.

Die WELT schrieb im März 2016 dass man manche Krankheiten, wie z. B. Masern, ausrotten könnte, wenn mehr als 95 Prozent der Bevölkerung geimpft seien. In Deutschland seien aber nur 93 Prozent geimpft, womit Deutschland als Problemland bezeichnet wird.

93 Prozent hört sich doch viel an, warum sind wir ein Problemland?

Prinzipiell sind 93 Prozent nicht wenig, aber um eine Krankheit wirklich ausrotten zu können, sollten es 95 Prozent sein. Und je mehr Menschen geimpft sind, desto besser ist auch der sogenannte Herdenschutz.

Was ist denn der Herdenschutz?

Herdenschutz heißt, der Schutz durch die Gruppe. Es bedeutet, dass die Menschen um einen herum durch Impfung vor der Krankheit geschützt sind und sie so nicht übertragen können. Das ist besonders wichtig für Leute, die nicht geimpft werden dürfen oder können, wie z. B. chronisch Kranke, Kleinkinder oder Menschen, die Probleme mit dem Immunsystem haben.

Das heißt, diese Leute könnten sich mit Masern anstecken, weil nur 93 Prozent geimpft sind. Was wäre denn die schlimmste Folge dieser Ansteckung?

Im Falle der Masern ist das Schlimmste, dass man an Komplikationen bei einer Maserninfektion stirbt. Das kommt selten vor, aber es passiert. In ca. 20 Prozent der Fälle ist eine Maserninfektion so schlimm, dass man ins Krankenhaus muss. Mit Fieber, Fieberkrämpfen, Halsschmerzen, Kopfschmerzen und diesem unangenehmen Ausschlag. Dann kann es noch zu Spätfolgen kommen, wenn die Maserninfektion selbst schon lange vorbei ist. So eine Spätfolge ist das so genannte SSPE. Dabei mutieren die Masernviren im Körper Jahre nach der Infektion und es kommt es zu einer Entzündung im Gehirn. Das Gehirn wird dabei langsam zerstört. In diesem Fall stirbt der Patient unausweichlich.

Wie kann ich mir so einen schlimmen Fall vorstellen?

Ich habe von einem Mädchen gelesen, das sich als Baby infiziert hatte bevor es geimpft werden konnte. Die Spätfolgen der Masern-Infektion kamen erst heraus, da war das Mädchen schon fünf oder sechs. Die Eltern haben gemerkt, dass ihre Tochter immer weiter abbaut, anstatt sich normal weiter zu entwickeln. Erst hatte sie Koordinationsprobleme, ist gestürzt, hat ständig Sachen vergessen, dann hat sie das Sprechen und Laufen verlernt. Sie saß im Rollstuhl, musste rund um die Uhr versorgt werden. Irgendwann ist sie tatsächlich an den Spätfolgen gestorben. Für SSPE gibt es keine Heilung.

Warum gibt es trotz dieser Erkenntnisse immer noch Menschen, die sich und ihre Kinder nicht impfen lassen?

Es gibt verschiedene Gründe, ein Grund ist die „Ökowelle“. Eltern haben die Einstellung, dass ihre Kinder möglichst natürlich aufwachsen sollen. Es ist eine Abwehrhaltung der klassischen Medizin gegenüber. Diese Eltern glauben auch, dass es gut für die Entwicklung des Kindes ist, wenn Kinder Krankheiten durchmachen, anstatt sich dagegen impfen zu lassen. Leider ist das ein gefährlicher Irrglaube. Bei Kindern sind die Abwehrkräfte bis zu drei Jahren nach einer Maserninfektion geschwächt, so dass sie sich leichter andere Infektionskrankheiten einfangen können.

Eltern haben außerdem Angst vor den Inhaltsstoffen einer Impfung. Fakt ist aber, dass alle Impfungen, die man beim Arzt bekommt, ausgiebig auf ihre Verträglichkeit überprüft wurden.

Außerdem sind verschiedene Mythen und Verschwörungstheorien im Umlauf, warum das Impfen schädlich sein soll. Um sich seriös über das Thema Impfen zu informieren, gibt es aber auch ausgezeichnete Homepages. Wer sich für das Thema Impfen und Infektionskrankheiten interessiert, dem kann ich die Seite vom Robert Koch Institut wärmstens empfehlen.

Letztlich ist es richtig, dass jeder Impfstoff genau wie jedes Medikament seine Nebenwirkungen haben kann. Das wird aber von den Ärzten auch nicht unter den Tisch gekehrt. Wenn man sich impfen lässt, wird man über die möglichen Nebenwirkungen aufgeklärt. Aber am Ende nützt es definitiv mehr, als dass es schadet.

 

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„Impfen ist super wichtig. Weil der Impfschutz in der Vergangenheit funktioniert hat, sind manche Krankheiten heute vergessen. Es ist wichtig, dass es so bleibt.“

Frieda
35 Jahre, promovierte Biologin

Wie viel weißt du über Gebärmutterhalskrebs?

Doch auch das Risiko an anderen Krebsarten im Intimbereich oder im Mund-Rachen-Raum zu erkranken steigt durch die Infektion mit HPV.

Vor zehn Jahren wurde in 130 Ländern der Impfstoff gegen das Virus eingeführt – auch bei uns in Deutschland. Damals war die Kritik groß, doch aktuelle Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Seit der Einführung ist die Infektionsrate stark gesunken – in vielen Ländern sogar um unglaubliche 90 Prozent.

 

Filmwettbewerb 2016: Das sind die Gewinner

Bei diesem Kunterbunt fiel es der Jury sehr schwer, eine Entscheidung zu treffen. Ob als Impf-Song, in Form eines Computer-Spiels oder als Ärzte-Interview – die Videos sprudelten nur so vor Kreativität.

1.Platz: Die Impfprofis – Vorsorge fürs Leben

Ganz oben aufs Siegertreppchen haben es schließlich die Schüler/innen des Georg-Büchner Gymnasiums geschafft. In ihrem Video erwecken sie die Lego-Familie Steinle zum Leben und beantworten wichtige Fragen zum Thema Impfen.

Damit hat die talentierte Filmcrew einen Ausflug in die Bavaria Filmstadt gewonnen!

2.Platz: #geimpft

Doppelt hält besser, hat sich ein weiteres Filmteam des Georg-Büchner-Gymnasiums gedacht und gleich den zweiten Platz ergattert. „#geimpft“ konnte die Jury mit der Geschichte von Inga und Annika überzeugen. Munter posten die beiden ihr unbeschwertes Leben auf Instagram. Doch Annika hat etwas vergessen …

Die Gewinner des zweiten Platzes dürfen sich auf ein Adrenalin-Vergnügen im Hochseilgarten freuen.

3.Platz: Verhängnisvoller Sturz

Die Schüler des Gymnasium Hohenbaden belegen mit ihrem Video „Verhängnisvoller Sturz“  den dritten Platz und machen deutlich, welche gravierenden Folgen ein Zeckenbiss nach sich ziehen kann.

Und weil so ein Dreh ganz schön anstrengend sein kann, darf sich das ganze Team erst einmal im Erlebnisschwimmbad entspannen.